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Tipps und Tricks

Der Apfel in Österreich

In Österreich gibt es 2.000 Apfelsorten. Kein Wunder also, dass dem Apfel hier so große Bedeutung zugeschrieben wird. Ein Apfel enthält über 20 Mineralstoffe und deckt zirka ein Viertel des alltäglichen Vitamin-C-Bedarfs ab. Außerdem ist so ein Apfel – vor allem seine Schale – krebsvorbeugend, er reguliert den Blutzucker und regt das Immunsystem an. Äpfel enthalten aber nicht nur viele Nährstoffe, sondern sind auch reich an Tradition und Geschmack.

Der Apfel ist schon Jahrtausende lang auf der Erde und nimmt schon früh einen hohen Stellenwert in Kulturen ein. Könige hielten immer einen sogenannten Reichsapfel in der Hand, als Zeichen der Welt. Auch in der Religion ist der Apfel von großer Bedeutung, so taucht das Obst in der Bibel als Symbol der Sünde und Verführung auf. Der Zankapfel steht für Zwietracht und ist tatsächlich Auslöser des Trojanischen Krieges. Heute steht der Apfel für Fruchtbarkeit, Leben und auch Reichtum. Und das nicht ohne Grund, immerhin erlebt Österreich mit dem Apfel seit langem eine Zeit der Fülle.

Ursprünglich aus Asien

Aber wie ist der Apfel überhaupt nach Österreich gekommen? Der Apfel kommt ursprünglich aus Asien, wo er in der Antike nach Europa gebracht und hier durch die römischen Feldzüge weiterverbreitet wurde. Wie genau der Apfel dann nach Österreich gekommen ist, weiß man nicht so genau. Fakt ist: 79 % der Österreichischen Äpfel kommen aus der Steiermark. Das bedeutet vier von fünf Äpfel sind steirischer Natur.

Eine Legende besagt, dass sich eine schwedische Bäckerfamilie im 15. Jahrhundert in der Gemeinde Puch in der Steiermark niederließ. Sie stellten ihre Zelte auf und ließen eines Tages versehentlich einen Apfel auf den Boden fallen. Kurz bevor sie ihre Zelte einige Zeit später wieder abbauen wollten, entdeckten sie, dass aus dem Apfel ein kleiner Baum geworden war. So erkannten sie, wie Fruchtbar die Gegend war und begannen, Apfelbäume anzupflanzen. Das Klima in Österreich ist wirklich ausgezeichnet für den Anbau von Apfelbäumen, durch reichlich Niederschlag müssen nur wenige Bauern die Bäume zusätzlich bewässern. So gewannen die steirischen Äpfel immer mehr an Bedeutung. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden sie schließlich als hochwertiges Produkt an Kronländer der Monarchie verkauft. Seit 1979 zeigt das Gemeindewappen von Puch unter anderem sechs goldene Äpfel.

Steirische Apfelstraße und Apfelkönigin

Der Bezirk Puch bei Weiz produziert heute die meisten Äpfel in ganz Österreich. Hier wurde 1986 von 40 Obstbauern und Gastrobetrieben der Verein Steirische Apfelstraße gegründet. Schon gewusst? Reiht man die geernteten Äpfel der Oststeiermark aneinander, reicht diese Straße von Puch bis nach China. Die Apfelsorten, die auf den Streuobstwiesen und Plantagen wachsen, sind unter anderem Kronprinz Rudolf, Elstar, Golden Delicious, Maschanzker und Gravensteiner.

Um die Kunde des Apfels weiterzuverbreiten, gibt es seit einigen Jahren die sogenannten Apfelköniginnen. Eine Apfelkönigin ist die Symbolfigur einer Stadt. Auf Messen und Veranstaltungen werben sie für ihre Stadt und den Obstanbau in ihrer Region. Die Amtszeit einer Apfelkönigin dauert in der Regel ein Jahr, sie kann aber aus bestimmten Gründen verlängert werden. Bei der Wahl zur Apfelkönigin gibt es einige Kriterien zu beachten, so muss die zukünftige Königin von einem Landwirtschaftsbetrieb mit Schwerpunkt Obstbau kommen und gut kommunizieren können. Eine freundliche und charmante Ausstrahlung gehört natürlich auch dazu. Und das wichtigste: Sie sollte über den Apfelanbau und Apfelsorten Bescheid wissen.

Köstlichkeiten aus Äpfeln

Es gibt viele unterschiedliche Äpfel, die sich zur Verarbeitung verschiedenster Leckereien eignen. Zu den Apfelspezialitäten gehört zum Beispiel der Most beziehungsweise Apfelwein. Das Wort Most kommt von dem lateinischen „mustus“, das für „frisch“ und „neu“ steht. Im Mittelalter war der Most der tägliche Trunk der Bauern, Adelige tranken damals eher Wein. Kaiserin Maria Theresia ist dafür verantwortlich, dass im 16. Jahrhundert vermehrt Obstbäume gepflanzt und Most hergestellt wurde. Seit 1990 wird die Qualität von Mosten immer besser, er wurde zum Genussmittel und regionales Identitätsprodukt, welches man heute aus dem Weinglas trinkt. Der bekannteste Most der Welt kommt übrigens aus Frankreich und heißt Cidre. Cidre – oder auch Cider genannt – hat nie mehr als 5 % Alkohol und besteht im besten Fall aus einem sauren Apfel sowie zwei süßen und zwei herben.

Aus Äpfeln lassen sich neben Most noch viele weitere Köstlichkeiten herstellen. Eine beliebte Leckerei ist zum Beispiel der Österreichische Apfelstrudel, der mit seinem süß-säuerlichen Geschmack überzeugt. Ein Rezept finden Sie hier: Apfelstrudel aus Österreich